Was unterscheidet die Garantie von der Gewährleistung?

Im Grunde ist die Unterscheidung zwischen Garantie und Gewährleistung ganz einfach: Zu einer Gewährleistung ist der Verkäufer gesetzlich verpflichtet. Eine Garantie beruht auf freiwilliger Basis des Herstellers und richtet sich nach seinen Konditionen.

Jeder Lieferant ist gesetzlich dazu verpflichtet, eine Gewährleistung von 2 Jahren (§ 437 und § 438 BGB) auf Neuwaren zu geben. Diese Gewährleistung lässt sich auf 5 Jahre verlängern. Bei Gebrauchtwaren sind es 12 Monate. Im Falle eines Mangels, der zum Zeitpunkt des Kaufes schon vorhanden war, ist der Händler in den ersten 2 Jahren nach deinem Kauf dazu verpflichtet, dass er dir das Produkt ersetzt oder repariert. Dabei trägt der Gewährleister alle Kosten. Er muss dir also das Produkt kostenlos erstatten und darf dir auch seine Arbeitszeit nicht in Rechnung stellen. Die Gewährleistung von 12 Monaten bei einem gebrauchten Artikel gilt nur für gewerbliche Händler, nicht für Privatpersonen.

Die Garantie ist im Gegensatz zur Gewährleistung nicht gesetzlich verpflichtend. Der Hersteller entscheidet selbst, ob und in welchem Umfang er eine Garantie ausstellt. Bei einem Garantiefall werden die Mängel behoben, die seitens des Herstellers entstanden sind. Hierbei musst du nur für die geleisteten Arbeitsstunden aufkommen. Das Produkt selbst wird dir vom Garantiegeber kostenlos ersetzt. Die Garantieansprüche sind direkt an den Hersteller zu richten.

Im Falle von Photovoltaik-Anlagen garantiert der Hersteller meist 25 Jahre eine speziell definierte Leistung. Dabei muss man zwischen der Produktgarantie und der Leistungsgarantie unterscheiden. Ließ hierzu unseren Eintrag "Unterschied Produktgarantie, Leistungsgarantie und Zeitwertersatzgarantie".

 

Fazit: Ein Photovoltaik-Installateur ist gesetzlich dazu verpflichtet, auf seine Arbeit und auf die verkauften Produkte mindestens 2 Jahre Gewährleistung zu bieten. Der Solarmodul- oder Stromspeicherhersteller gibt eine Leistungs- und Produktgarantie auf seine Artikel.