E-Mobilität und Wallbox

Die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage hat viele Vorteile. Unter Anderem kannst du damit auch dein Elektroauto laden. Was dabei zu beachten ist, erfährst du hier direkt bei uns im Blog.

Derzeit ist die Investition in eine Wallbox sehr verführerisch: Die KFW fördert Ladestationen für Elektroautos pauschal mit 900€ pro Ladestation. Du bekommst also sozusagen eine Wallbox geschenkt, nur die Installation musst du noch bezahlen. Doch ist es wirklich sinnvoll, sich deshalb eine Ladestation zuzulegen?

Grundsätzlich bietet sich eine Ladestation an, wenn du ein Elektroauto hast. Durch eine solche Wallbox kannst du dein Auto nämlich viel schneller laden als mit einer normalen Steckdose. Auf Dauer würde eine herkömmliche Steckdose dieser Ladeleistung auch nicht standhalten. Selbst mit einer Starkstromsteckdose kann man ein E-Auto nur mit max. 3,7 kW laden. Zum Vergleich: Mit einer Wallbox lädt dein Auto mit 11 bzw. 22 kW.

Außerdem musst du zwischen zwei verschiedenen Ladegeräten der E-Autos unterscheiden: einphasig und dreiphasig. Autos, die sich einphasig laden lassen, können auch nur diese eine Phase zur Ladung nutzen. Elektroautos mit einem dreiphasigen Ladegerät können ein- und dreiphasig beladen werden. Einphasige Autos erreichen mit einer Wallbox auch nur eine Ladeleistung von 3,7 kW, statt der angegebenen 11 kW. Das bedeutet, wenn dein Auto über Nacht 10 Stunden an der Wallbox hängt, lädt es 37 kWh.

Zudem musst du darauf achten, dass du dein Auto über Nacht nicht von deinem Stromspeicher aus laden kannst und das aus einem ganz einfachen Grund: dein Hausspeicher umfasst in der Regel zwischen 5 und 10 kWh. Dein E-Auto-Speicher fasst ca. 80 kWh. An deinem Hausspeicher hängt aber nicht nur dein Auto, sondern auch dein ganzes Haus. Man sieht, das funktioniert nicht. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du dein Auto am Tag mit dem erzeugten Strom deiner Solaranlage tankst.

Wenn dein Auto nur am Tag geladen wird, spielt die Größe deiner Photovoltaik-Anlage eine große Rolle. Sie sollte so groß sein, dass der Ertrag selbst an schlechten Tagen (Schnee- oder Regenwetter) mindestens 5 kWh beträgt. Optimal ist eine Anlagengröße, bei der im Sommer an vollen Sonnentagen etwa 50 bis 60 kWh erzeugt werden können. Für dich heißt das, dass beispielsweise eine 3 kWp-Anlage nicht ausreicht, um dein Auto komplett mit Sonnenstrom zu tanken. 

 

Fazit: Eine Wallbox lohnt sich, wenn du eine ausreichend große Photovoltaik-Anlage installiert hast und bereits ein E-Auto besitzt. Nur dann kannst du dein Auto komplett mit deinem selbsterzeugten Strom laden. Anderweitig wirst du externen Strom zukaufen müssen, weil dein Speicher das Vollladen deines Autos über Nacht nicht stemmen kann und eine zu kleine Solaranlage den Akku ebenfalls nicht voll beladen kann.